19 Juli 2018

Fort Henry - Festung mit Geschichte, Kanonen und Paraden in Kingston, Ontario

Fort Henry wurde urspruenglich waehrend des War of 1812 gebaut um die Kingston Royal Navy vor potentiellen Angriffen der Vereinigten Staaten zu schuetzen. Damals war Ontario noch eine Britische Kolonie.  Nach der Fertigstellung des Rideau Canals 1832 wurde die Verteidigungsanlage erweitert um die strategische Lage zwischen Kingston, Ottawa und Montreal als wichtige Versorgungsroute fuer den militaerischen Nachschub nutzen zu koennen. 
Heute ist das Fort ein sehr gut erhaltenes Nationales Denkmal, ein Militaermuseum das mit lebendiger Geschichte gefuellt ist. Es ist Ferienzeit und wir wollen das Fort mal wieder besuchen. Als wir gegen Mittag in Kingston ankommen ist schoenstes Sommerwetter. Schon von weitem sehen wir die wuchtigen runden Wehrtuerme, Martello Towers,  deren rote Daecher sich vor dem blauen Wasser des Sankt Lorenz Strom abheben. 


Wir lassen unseren Wagen auf dem grossen Parkplatz vor dem Fort, ziehen einen Parkschein und gehen dann die Steinmauern entlang Richtung Eingang.


Das Aussengleaende des Forts kann man kostenfrei besichtigen.


Wir wollen dieses mal aber auch den Innenhof und den Unterkunftsbereich sehen. Mit unserem Cultural Access Pass kommen wir zum Glueck frei rein, denn die Preise liegen sonst bei 20 $ pro Erwachsenen. Als wir um 14:00 zum Paradeplatz runter gehen wollen, stellt sich gerade die Fort Henry Guard fuer die Garrison Parade vor dem eisernem Tor zum Innenhof auf. 


Die Fort Henry Guard ist ein exzellent trainiertes Team kanadischer Studenten die Infanterie Drills aus dem 19. Jahrhundert vorfuehren. Die Guard gehoert zu den besten Drillteams der Welt. 


Wir suchen uns einen Platz im Schatten und verfolgen den Einzug der Kapelle und verfolgen das Spiel der Studenten in den historischen Unformen, die das Leben in der Britischen Armee zur damaligen Zeit nachstellen. Waehrend auf dem Platz exerziert wird, ertoent ueber Lautsprecher die passende Kommentation auf Englisch und Franzoesisch, was  durch den starken Widerhall auf mich allerdings mehr stoerend als informativ wirkt.


Ein paar Minuten spaeter wird der Treppenaufgang nach oben freigegeben. Hier macht sich jetzt eine Gruppe Uniformierter dazu bereit in einem fest einstudierten Prozedere die schwere Kanone in Position zu bringen. 


Es folgt ein ritueller Vorgang von Laden und Stopfen der Kanone.

Der ganze Ablauf ist recht aufwaendig und dauert fast10 Minuten. Dann ist es aber endlich soweit, alle die Ohren zuhalten und... Bummm!

Der ganze Ablauf ist recht aufwaendig und dauert fast10 Minuten. Dann ist es aber endlich soweit, alle die Ohren zuhalten und... Bummm! 

Ein paar Minuten spaeter wird der Treppenaufgang nach oben freigegeben. Hier macht sich jetzt eine Gruppe Uniformierter dazu bereit in einem fest einstudierten Prozedere die Kanone zu laden und in Position zu bringen.

Auf dem Parade Square laeuft jetzt das Musikkorps auf



Waehrend die Kapelle spielt, gehen wir schon mal um den Platz herum und sehen uns die Unterkuenfte an. 


Ich hatte nicht gewusst, dass hier auch Frauen mit lebten. Auf jeweils 100 Soldaten waren 6 Ehefrauen erlaubt. Sie bekamen hier Unterkunft und eine halbe Essensration, Ihren Kindern stand eine Viertel Ration zu. Die Frauen arbeiteten vorwiegend als Waescherinnen fuer das Regiment, was ein koerperlich extrem anstraengender Job war. Ihr Lohn wurde vom Gehalt der Maenner abgezogen. Auf dem unteren Foto ist eine der Unterkuenfte fuer die Frauen und Familien zu sehen. Starb ein Soldat musste die Frau innerhalb 90 Tage einen neuen finden oder ansonsten das Fort verlassen.  Harte Zeiten...

Was ich interessant fand zu lesen war, dass hier auch Frauen mit untergebracht waren. Auf jeweils 100 Soldaten waren 6 Ehefrauen erlaubt. Sie bekamen hier Unterkunft und Ihnen stand eine halbe Essensration, Ihren Kindern eine Viertel Ration zu. Die Frauen arbeiteten als Waescherinnen fuer das Regiment (ein schwerer Job) Ihr Lohn wurde vom Gehalt der Maenner abgezogen. Auf dem Foto ist eine der unterkuenfte fuer die Frauen und Familien zu sehen.

Fuer die Kinder gab es einen Schulraum


Der Kuechenbereich



Die Schlafraeume der Soldaten. Waehrend wir uns hier umsehen, entdecken wir Gepaeck und Schlafsaecke auf einigen der Betten und wundern uns. Spaeter wird klar, das diese zu einer Gruppe Scouts gehoeren, die gerade ein Wochenende auf Fort Henry verbringen :)


Es gibt ausserdem Raeume mit Ausstellungen ueber historische Bezuege zum Bau der Festung und des Rideau Canals zu sehen, sowie verschiedene Waffen und Uniformen. 


Ueber lange gemauerte Bogengaenge aus dicken Kalksteinmauern gehen wir wieder nach unten. 


Living History. Hier kann man sich wirklich in die viktorianische Zeit zurueck versetzt fuehlen.

Bevor wir wieder auf den Aussenhof kommen sehen wir ein gutes Beispiel zum Thema "living history".  Hier kann man sich wirklich in die Zeit zurueck versetzt fuehlen.

Disskussion zwischen dicken Mauern 


Vorbei an der Wache gehen wir dann wieder zurueck zum Parkplatz.


Vorher werfen wir abern noch mal einen Blick ueber den St Lawrence.


Wir haben ca. 2 Stunden hier verbracht, aber es laesst sich natuerlich viel mehr Zeit hier verbringen wenn man alle Angebote und Fuehrungen nutzen moechte.
Wer eine Rundreise durch Ostkanada plant und ein bisschen interessiert an der Geschichte des Landes ist, sollte einen Besuch auf Fort Herny unbedingt mit einplanen.

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06 Juni 2018

Bruce Peninsula Tag 5 - Gespenstersteine in einsamer Bucht im Nationalpark Kanada

Am spaeten Nachmittag fahren wir noch einmal in den Bruce Peninsula Nationalpark. Unsere Zeit auf der Halbinsel an den Grossen Seen geht langsam zu Ende und an unserem letzten Tag hier wollen wir unbedingt noch die kurze Wanderung ueber den Horse Lake Trail mitnehmen.
Wir parken den Wagen wieder am Cyprus Lake Parkplatz von dem aus sich verschiedene Wanderwege an den 3 Seen im Park vorbei bis an die Kueste der Georgian Bay verzweigen. Es ist inzwischen schwuelwarm geworden und mit Einbruch der Daemmerung werden  jetzt auch die Mosquitos zunehmend laestiger, so wollen wir uns nicht ganz so viel Zeit lassen.


Am Beginn des Wanderwegs zeigt uns eine Tafel mit der Trail Beschreibung, dass der Weg ueber 1,2 km durch enzigartiges Wetland an die Kueste fuehrt. Ausserdem wird gewarnt vor: Poison Ivy, der 3 blaettrigen Pflanze die bei Hautkontakt zu Exanthem fuehrt und vor: Rattlesnakes, die einzige Schlange unter vielen anderen im Park, die nicht nur harmlos ist, sondern deren Biss zumindest eine Maus laehmen kann. Na dann halten wir mal besser die Augen offen :)


Der Trail beginnt auf ebenen Felsgelaende, vorbei am Horse Lake und fuehrt dann hinein in den Wald



















Von hier an fuehren Holzstege jetzt zu grossen Teilen sicher ueber den sumpfigen Untergrund 


 Wir begegnen Niemanden hier und hoeren nur gelegentlich das Fiepsen der Chipmunks und die Rufe der Voegel versteckt in den Baeumen. Der moosige Waldboden duftet und die goldenen Strahlen der Abendsonne verleihen dem Wald einen fast magischen Reiz.

Wir begegnen Niemanden hier und hoeren nur gelegentlich das Fiepsen der Chipmunks und die Rufe der Voegel versteckt in den Baeumen. Der moosige Waldboden duftet und die goldenen Strahlen der Abendsonne verleihen dem Wald einen fast magischen Reiz.

Dann wird es ploetzlich heller und wir stehen an einer wunderschoenen einsamen Bucht. Weisse Steine in unterschiedlichster Groesse bilden hier einen Kuestenstreifen zwischen dem zauberhaften Wald und dem glasklaren Wasser.



Steine entlang der Kueste soweit man blicken kann.


Waehrend Kai und ich uns auf die warmen Steine setzten und die Abendsonne geniessen, wirft Josephine mit Begeisterung Kiesel ins Wasser. 


Dabei entdecken wir auf einmal, dass einige der Steine die kleine Loecher haben die Ihnen in einer gewissen Anordnung eine Gestalt geben und damit aussehen... wie kleine Gespenster.


Ein Gespensterstein in Kanada :)


Es ist Abend geworden und die Mosquitos beginnen uns zu umschwirren und so schoen es hier auch ist, jetzt machen wir uns lieber wieder auf den Rueckweg. Am Parkplatz angekommen fuellen wir unser Wasserflaschen noch einmal an dieser praktischen Trinkwasser Station im Park auf.


Dann bricht der Abend an. Wir fahren ein letztes mal raus an den kleinen Hafen um den Sonnenuntergang zu sehen, der heute hinter den Wolken versteckt ist.


Dann fahren wir zurueck zu unserer kleinen Cabin, packen fuer unsere Abreise am naechsten morgen und fallen dann ein letztes mal hier auf die hoelzernen, erstaunlich bequemen Betten


Die fuenf Tage auf der Bruce Halbinsel waren wunderschoen und sind viel zu schnell vorbei gegangen. Wir hatten unglaubliches Glueck mit dem Wetter (sonnig, trocken und nicht zu heiss), kaum Mosquitos und wenig Touristen. Die Cabin und der Campingplatz haben uns sehr gut gefallen und wir haben fast alles geschafft was wir uns vorgenommen hatten. Ich hoffe die Halbinsel bleibt noch lange vom grossen Massentourismus verschont denn wir wuerden gerne irgendwann noch einmal wieder hierher kommen. Morgen frueh geht es jetzt aber erst einmal wieder zurueck Richtung Ottawa.

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04 Juni 2018

Bruce Peninsula Tag 5 - Georgian Bay und Lookout im Fathom Five National Marine Park

In der Nacht hatte es sich auf 10 Grad abgekuehlt. Als wir am morgen zum Fruehstueck vor unserer Cabin sitzen, ist der Himmel aber wieder wolkenlos blau und es wird langsam waermer. Ideales Wetter also um den Tag im Nationalpark zu verbringen.
Wir wollen heute im Fathom Five National Marine Park einen Teil des Burnt Point Loop Trails laufen. Vom Campground aus ist es nur eine kurze Fahrt bis zum Park. Dort angekommen suchen wir uns einen Parkplatz am Vistitors Center, legen unsere Permit sichtbar an die Frontscheibe und machen uns auf den Weg. 
Der erste Part des Trails fuehrt uns ueber einen ca. 1 km langen, eher unspektakulaeren ebenen Wanderweg durch den Wald. Nach 20 Minuten sehen wir dann durch die Baeume bereits das Schimmern des Sees und kurze Zeit spaeter stehen wir auf einer Aussichtsplattform, die uns einen tollen Blick ueber das Wasser bietet. Wow ist das schoen, ich bin ganz begeistert von der wilden Natur hier und kann die Kamera kaum aus der Hand nehmen :)


Eine Informationstafel gibt hier Auskunft darueber, dass dieser Ort fuer viele Tausend Jahre von grosser Bedeutung fuer die First Nations war und von den Odawa People waehrend der warmen Jahreszeit unter anderem als Fischgrund genutzt wurde.


Waehrend ich ein bisschen fotografiere kommt eine junge Frau mit einem grossen schwarzen Hund dazu, die kurz darauf durch das Gebuesch an das Ufer des Sees verschwindet.
Das machen wir doch gleich mal nach. Wir kommen ins Gespraech. Sie erzaehlt, dass sie hier in Tobermory geboren und aufgewachsen ist, heute aber nur noch waehrend der Sommersaison auf die Halbinsel kommt. Zusammen mit Ihrem Freund aus Toronto fuehren sie dann eines der Fish & Chips Restaurants im Ort. Bis vor ein paar Jahren sei es hier oben noch sehr einsam gewesen, bis der abgelegene Ort dann vor allem durch social media wie Instagram ploetzlich zunehmend bekannt wurde. Seitdem hat der Tourismus ueber die Sommermonate hier sehr stark zugenommen, was seine Vor-und Nachteile hat. 


Ihr Hund ist uebrigens ein German Shepherd, auch wenn er mit seinem langen schwarzen Fell nicht so aussieht. Er ist sehr lieb und geduldig und ich darf ein Foto von Ihm machen.  



Spaeter laufen wir etwas die steinige Kueste entlang und setzen uns dann ans Ufer um den Ausblick ueber das tiefblaue Wasser zu geniessen und den Wellen zuzusehen.


Das tuerkisblaue Wasser ist so klar, das man den felsig-steinigen Grund erkennen kann



Ueber uns hoeren wir den Schrei kreisenden Geier, Turkey Vultures, die Ausschau nach Nahrung halten


Auf dem Rueckweg laesst sich eines der vielen Squirrels hier nicht von uns beim Futtern stoeren.


Kurz bevor wir den Lookout Tower erreichen begegnen wir noch 2 Hikern mit grossen Rucksaecken, die einem Teil des beruehmten Bruce Trails, Kanadas aeltesten und mit 890 km laengsten markierten Wanderweg, die Kueste entlang laufen. 40 km am Tag haben sie sich vorgenommen zu schaffen, da wollen wir sie besser nicht laenger aufhalten.


Kurz hinter dem Visitor Center befindet sich der Lookout Tower, ueber dessen Holz-Metalkonsturktion man nach 112 Stufen auf eine Aussichtsplattform gelangt, die uns einen grandiosen Blik ueber die Georgian Bay Area bietet.






















Von hier oben aus haben wir einen tollen Rundum Blick ueber die Georgian Bay Area. 



 Nebel steigt ueber dem Wasser auf.

 Nebel steigt ueber dem Wasser auf.

Blick ueber die Einfahrt zum Nationalpark. Wir bleiben eine Weile hier oben bis es uns zu windig wird und machen uns dann an den Abstieg.


Als wir wieder auf dem Campground vor unserer Cabin ankommen, blickt uns ein Squirrel aufgeschreckt aus der Fire Pit entgegen :)


Jetzt wollen wir aber erst mal etwas essen.


Heute nachmittag geht es dann in den Bruce Peninsula Nationalpark auf den Horse Lake Trail.

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