13 Oktober 2018

Fall Colours at Lake Philippe - Herbstfarben im kanadischen Gatineau Park

Der Herbst ist fuer mich die absolut schoenste Jahreszeit in Kanada. Die Luft ist jetzt klar und frisch, die Mosquitos belaestigen nicht mehr und die unendlichen Waelder Kanadas verwandeln sich ein unglaublich buntes Farbenmeer. 
Eine der schoensten Orte um die Farbenpracht der Natur in Ihrer ganzen Fuelle zu erleben ist fuer uns der nahegelegene Gatineau Park, der nur ca. 15 Minuten von der kanadischen Hauptstadt Ottawa entfernt liegt. Seit der Shuttle Bus den Park anfaehrt kann der Park an den Herbstwochenenden zur "Fall Rhapsody" an den scenic spots inzwischen allerdings recht ueberlaufen sein und so wollen wir dieses mal etwas weiter hoch in den Park, zum Lake Philippe rausfahren. Von Ottawa aus fahren wir Richtung Gatineau auf den Highway 5.


Es ist stark bewoelkt, aber mit jedem kurzen Sonnenstrahl leuchten die bewaldeten Huegel in einem faszinierendem Farbspectrum vor uns auf.


Die Road fuehrt uns durch die historische Covered Bridge von 1958

Kanada, Herbst, Quebec

... und wenig spaeter passieren dann schliesslich das Officehaeuschen im oberen Sector des Gatineau Parks. 


Wow, was fuer ein Ablick. Wir laufen runter an den Breton Beach.  Vor uns liegt der klare See ueber dem sich buntbewaldete Huegel erheben. Wir haben den See hier erstaunlicherweise ganz fuer uns alleine. Etwas weiter entfernt sehen wir nur einige Besucher, die einer  Vorfuehrung "Birds of Prey" der Parkmitarbeiter lauschen. Wir nutzen die Zeit um die Ruhe hier zu geniessen.

Wow, was fuer ein Ablick. Wir laufen runter an den Breton Beach.  Vor uns liegt der klare See ueber dem sich buntbewaldete Huegel erheben.

Am Himmel sind jetzt nur noch ein paar vereinzelte Wolken zu sehen, die sich im seichten Wasser des Sees spiegeln.


Das Farbenspiel ist der Natur zeigt sich hier in seiner ganzen Schoenheit. Wir setzen uns eine Weile auf die Felsen und bewundern die unglaubliche Farbvielfalt.

Das Farbenspiel ist der Natur zeigt sich hier in seiner ganzen Schoenheit. Wir setzen uns eine Weile auf die Felsen und bewundern die unglaubliche Farbvielfalt des Indian Summers.


Die Sugar Maple Trees sind jetzt bereits mitten in Ihrem dramatischen Farbwechsel und zeigen gelb-orange Toenen bis hin zu tiefem rot. Vor dem tiefen Blau des Himmels zaubert die Natur hier jetzt die Farben des Indian Summers.

Die Farben des Indian Summer

Es ist nun fast windstill und die Wasseroberflaeche des See glaettet sich. Nur noch ein Foto, oder zwei... :)


Fall Foliage

Bevor wir uns auf den Rueckweg machen, schauen wir noch kurz bei den birds of prey vorbei.


Als wir zu unserem Auto zurueck gehen beginnt die Sonne bereits hinter den Baeumen zu versinken.


Das Farbspektrum der Baeume wird sich ueber die naechsten 1 bis 2 Wochen noch intensivieren, bevor die bunten Blaetter von den ersten Herbststuermen dann endgueltig weggeweht werden. 

Related Posts:

Gatineau Park - Champlain Lookout Trail im kanadischen Herbst
https://ostkanada.blogspot.com/2016/10/gatineau-park-champlain-lookout-trail.html


Gatineau Park - Pink Lake Trail
https://ostkanada.blogspot.ca/2015/07/gatineau-park-pink-lake-trail.html


Gatineau Park - Meckenzie King Estate und Lauriault Trail
https://ostkanada.blogspot.ca/2015/10/gatineau-park-ottawa-mackenzie-king.html


Herbstfarben in Ottawa
https://ostkanada.blogspot.ca/2015/10/herbstfarben-in-kanadas-hauptstadt.html





30 September 2018

Charleston Lake Park - Quddity Trail zu Herbstbeginn

Der Herbst hat gerade begonnen. Der Sommer war sehr heiss, jetzt werden die Temperaturen endlich kuehler und die Baeume beginnen ganz langsam erste Farbtoene zu zeigen. Ideales Wetter also fuer einen Hike in einem der nahegelgenen Parks.
Wir beschliessen in den zwischen Kingston und Brockville gelegenen, 23 km² grossen Charleston Lake Provincial Park zu fahren der sich nicht nur hervorragend zum campen, paddeln oder angeln eignet sondern ausserdem mehrere verschieden lange Trails durch Waelder und entlang felsiger Seeufer bietet. Wir wollen dieses mal den 2,4 km langen, non-loop Quiddity Trail laufen, der zu einem Aussichtspunkt fuehrt.


Der erste Teil des Trails fuehrt uns durch Sumpfgebiet, dass wir ueber die Holzplanken des Boardwalks sicher und trocken ueberqueren koennen. Der erste Part des Trails ist Hindernisfrei und somit auch fuer Rollstuhl oder Kinderwagen/Buggy geeignet.


Auf dem warmen Holz des Gelaenders entdecken wir hier eine interessante Raupe, die white Hickory Tussock Mock Caterpillar. Bitte nicht beruehren!  Der kleine suesse Krabbler kann naemlich schwere allergische Reaktionen ausloesen. Ganz cool daneben sonnt sich eine kleine rote Dragonfly.

white Hickory Tussock Mock Caterpillar

Links und rechts von uns blubbert es, die Zirkaden chirpen, ansonsten ist es hier absolut ruhig. Ausser uns ist hier gerade Niemand unterwegs.



Der Holzsteg fuehrt uns weiter in den Wald, vorbei an bemoosten Felsen, ueber einen kleinen Fluss.



Wir kommen zu einer Lichtung von der aus wir einen schoenen Blick ueber den See haben


Jetzt geht es wieder in den Wald und der Weg wird steiler



Wir endecken verschieden Blumen, Pilze und Beeren in bunten Farben.



Dann erreichen wir den Lookout. Hier machen wir jetzt erst mal eine kleine Pause. Josephine packt Ihre Wasserflasche und ein paar Salzbrezel aus. Wir setzten uns auf die warmen Felsen und geniessen die wunderschoene Aussicht ueber das Wasser. In der Ferne erkennen wir den Beach und unter uns sehen wir Kanus und Kajaks vorbeipaddeln. Es ist ganz still hier oben, wir hoeren nur das Rauschen des Winds in den Baeumen und den Schrei der kreisenden Turkey Vultures.


Die Sonne verschwindet zunehmend hinter den Wolken und wir machen uns wieder auf den Rueckweg.


Gegen spaeten nachmittag verabschieden wir uns wieder aus dem Park. Der Herbst ist meine liebste Jahreszeit, leider viel zu kurz, so dass man jeden schoenen Tag nutzen sollte. Fuer morgen ist Regen angesagt.



Related Post:
Charleston Lake Provincial Park, Kanada - Shoreline Centennial Trail



11 August 2018

Sandbanks Park - Duenen, Sand und blaues Wasser im Osten Kanadas

Sandbanks gehoert zu den laengsten und schoensten Sandstraenden in Ontario und ist gut von Toronto, Ottawa oder Montreal aus zu erreichen.
Noch immer sind Sommerferien in Kanada. Bereits seit Anfang Juni ist das Wetter mit Temperaturen ueber 30 Grad schwuel-heiss und sonnig. Am Wochenende haben wir uns fuer eine Abkuehlung auf den Weg Richtung Sandbanks Park gemacht. Bepackt mit Bade-und Picknicksachen fahren wir von Ottawa aus ueber Kingston, vorbei an Obst und Weinplantagen direkt entlang am Lake Ontario. Irgendwann endet die Strasse an einer Faehre, mit der wir kostenlos auf die Halbinsel Prince Edward County uebersetzen. Von hier aus geht es durch den kleinen Ort Picton weiter zum Sandbanks Provincial Park.
Am Eingang des Parks angekommen stehen hier schon etliche Autos Schlange. Mit unserem Parks Canada Pass koennen wir allerdings direkt durchfahren bis zum bereits ziemlich ueberfuellten Parkplatz. Nachdem wir einen Stellplatz fuer den Wagen gefunden haben geht es endlich ans Wasser und wow, vor uns liegt ein schoener, weisser und langer Sandstrand. 


Sandbanks hat 3 verschiedene Straende, Outlet Beach, Sandbank Beach und Dunes Beach. Wir wollen zu den Duenen. Vom nahe gelegenem Campingplatz sind Urlauber mit dem Fahrrad an den Strand gekommen. 


 Zum Strand gehoert eine Comfort Station mit Umkleidekabine, Dusche und WC. Ausserdem gibt es ein Kiosk an dem man Burgers, Fries und Popsicals kaufen kann. Wir laufen die Duenen hoch um uns dort einen Platz zu suchen.


Weiter oben in den Huegeln der Duenen ist es ruhiger.
Hier gibt es die groessten Suesswasser Duenen der Welt, manche von Ihnen bis zu 80 m hoch. Der Sand unter unseren Fuessen ist heiss und die Duenen erstrecken sich soweit wir blicken koennen.


Von hier oben hat man einen schoenen Blick ueber das Wasser...


... das hier unglaublich klar und tiefblau wirkt.


Wir sehen den Motorbooten hinterher, die hier erlaubt sind und Spass beim tubing haben. Stand-up Paddler gleiten ueber das Wasser.



Das Wasser ist hier sehr flach, fein sandig und angenehm kuehl,
man muss schon weiter in den See reingehen um schwimmen zu koennen. Ideal fuer kleiner Kinder. Wir suchen uns einen Platz im Schatten der Baeume, ziehen uns um und Josephine laeuft ins Wasser.


 Ein verschlungen wurzelnder Baum mit Spechtloechern haelt sich hier am Strand. 


Zum Park gehoeren 2 kleinere Trails die durch die Duenen fuehren.
Die Vegetation ist hier weniger ueppip und besteht mehr aus robusten Straeuchern und Graesern. Mitten im Gestruepp fallen mir diese "Staengel" auf. Keine Ahnung was das ist, sieht aber sehr interessant aus, Art Deco designed by Nature :)


Die hier wachsenden Graeser und Seidenpflanzen locken die faszinierenden 
Monarch Butterflies an, die sich im Herbst wieder auf Ihre ueber 4000 km lange Reise machen werden um in der mexikanischen Sierra Nevada zu ueberwintern...


Gegen abend machen wir uns wieder auf den Rueckweg. Die weissen Straende und schoenen Duenen haben uns ein richtiges Urlaubsfeeling gezaubert und waren den Tagestrip ablolut wert. Der Park an sich hat mir allerdings nicht so gut gefallen, da er heute einfach etwas zu ueberlaufen war. Wir werden aber sicher  wiederkommen, dann aber auf jeden Fall ausserhalb der Ferienzeit. 


19 Juli 2018

Fort Henry - Festung mit Geschichte, Kanonen und Paraden in Ostkanada

Fort Henry wurde urspruenglich waehrend des War of 1812 gebaut um die Kingston Royal Navy vor potentiellen Angriffen der Vereinigten Staaten zu schuetzen. Damals war Ontario noch eine Britische Kolonie.  Nach der Fertigstellung des Rideau Canals 1832 wurde die Verteidigungsanlage erweitert um die strategische Lage zwischen Kingston, Ottawa und Montreal als wichtige Versorgungsroute fuer den militaerischen Nachschub nutzen zu koennen. 
Heute ist das Fort ein sehr gut erhaltenes Nationales Denkmal, ein Militaermuseum das mit lebendiger Geschichte gefuellt ist. Es ist Ferienzeit und wir wollen das Fort mal wieder besuchen. Als wir gegen Mittag in Kingston ankommen ist schoenstes Sommerwetter. Schon von weitem sehen wir die wuchtigen runden Wehrtuerme, Martello Towers,  deren rote Daecher sich vor dem blauen Wasser des Sankt Lorenz Strom abheben. 


Wir lassen unseren Wagen auf dem grossen Parkplatz vor dem Fort, ziehen einen Parkschein und gehen dann die Steinmauern entlang Richtung Eingang.


Das Aussengleaende des Forts kann man kostenfrei besichtigen.


Wir wollen dieses mal aber auch den Innenhof und den Unterkunftsbereich sehen. Mit unserem Cultural Access Pass kommen wir zum Glueck frei rein, denn die Preise liegen sonst bei 20 $ pro Erwachsenen. Als wir um 14:00 zum Paradeplatz runter gehen wollen, stellt sich gerade die Fort Henry Guard fuer die Garrison Parade vor dem eisernem Tor zum Innenhof auf. 


Die Fort Henry Guard ist ein exzellent trainiertes Team kanadischer Studenten die Infanterie Drills aus dem 19. Jahrhundert vorfuehren. Die Guard gehoert zu den besten Drillteams der Welt. 


Wir suchen uns einen Platz im Schatten und verfolgen den Einzug der Kapelle und verfolgen das Spiel der Studenten in den historischen Unformen, die das Leben in der Britischen Armee zur damaligen Zeit nachstellen. Waehrend auf dem Platz exerziert wird, ertoent ueber Lautsprecher die passende Kommentation auf Englisch und Franzoesisch, was  durch den starken Widerhall auf mich allerdings mehr stoerend als informativ wirkt.


Ein paar Minuten spaeter wird der Treppenaufgang nach oben freigegeben. Hier macht sich jetzt eine Gruppe Uniformierter dazu bereit in einem fest einstudierten Prozedere die schwere Kanone in Position zu bringen. 


Es folgt ein ritueller Vorgang von Laden und Stopfen der Kanone.

Der ganze Ablauf ist recht aufwaendig und dauert fast10 Minuten. Dann ist es aber endlich soweit, alle die Ohren zuhalten und... Bummm!

Der ganze Ablauf ist recht aufwaendig und dauert fast10 Minuten. Dann ist es aber endlich soweit, alle die Ohren zuhalten und... Bummm! 

Ein paar Minuten spaeter wird der Treppenaufgang nach oben freigegeben. Hier macht sich jetzt eine Gruppe Uniformierter dazu bereit in einem fest einstudierten Prozedere die Kanone zu laden und in Position zu bringen.

Auf dem Parade Square laeuft jetzt das Musikkorps auf



Waehrend die Kapelle spielt, gehen wir schon mal um den Platz herum und sehen uns die Unterkuenfte an. 


Ich hatte nicht gewusst, dass hier auch Frauen mit lebten. Auf jeweils 100 Soldaten waren 6 Ehefrauen erlaubt. Sie bekamen hier Unterkunft und eine halbe Essensration, Ihren Kindern stand eine Viertel Ration zu. Die Frauen arbeiteten vorwiegend als Waescherinnen fuer das Regiment, was ein koerperlich extrem anstraengender Job war. Ihr Lohn wurde vom Gehalt der Maenner abgezogen. Auf dem unteren Foto ist eine der Unterkuenfte fuer die Frauen und Familien zu sehen. Starb ein Soldat musste die Frau innerhalb 90 Tage einen neuen finden oder ansonsten das Fort verlassen.  Harte Zeiten...

Was ich interessant fand zu lesen war, dass hier auch Frauen mit untergebracht waren. Auf jeweils 100 Soldaten waren 6 Ehefrauen erlaubt. Sie bekamen hier Unterkunft und Ihnen stand eine halbe Essensration, Ihren Kindern eine Viertel Ration zu. Die Frauen arbeiteten als Waescherinnen fuer das Regiment (ein schwerer Job) Ihr Lohn wurde vom Gehalt der Maenner abgezogen. Auf dem Foto ist eine der unterkuenfte fuer die Frauen und Familien zu sehen.

Fuer die Kinder gab es einen Schulraum


Der Kuechenbereich



Die Schlafraeume der Soldaten. Waehrend wir uns hier umsehen, entdecken wir Gepaeck und Schlafsaecke auf einigen der Betten und wundern uns. Spaeter wird klar, das diese zu einer Gruppe Scouts gehoeren, die gerade ein Wochenende auf Fort Henry verbringen :)


Es gibt ausserdem Raeume mit Ausstellungen ueber historische Bezuege zum Bau der Festung und des Rideau Canals zu sehen, sowie verschiedene Waffen und Uniformen. 


Ueber lange gemauerte Bogengaenge aus dicken Kalksteinmauern gehen wir wieder nach unten. 


Living History. Hier kann man sich wirklich in die viktorianische Zeit zurueck versetzt fuehlen.

Bevor wir wieder auf den Aussenhof kommen sehen wir ein gutes Beispiel zum Thema "living history".  Hier kann man sich wirklich in die Zeit zurueck versetzt fuehlen.

Disskussion zwischen dicken Mauern 


Vorbei an der Wache gehen wir dann wieder zurueck zum Parkplatz.


Vorher werfen wir abern noch mal einen Blick ueber den St Lawrence.


Wir haben ca. 2 Stunden hier verbracht, aber es laesst sich natuerlich viel mehr Zeit hier verbringen wenn man alle Angebote und Fuehrungen nutzen moechte.
Wer eine Rundreise durch Ostkanada plant und ein bisschen interessiert an der Geschichte des Landes ist, sollte einen Besuch auf Fort Herny unbedingt mit einplanen.

Related Posts:
Kingston entlang der Waterfront und Fort Henry
https://ostkanada.blogspot.com/2013/08/kingston-entlang-der-waterfront-und.html


Thousand Island Bootstour auf dem St. Lawrence Strom
https://ostkanada.blogspot.com/2017/09/thousand-islands-bootstour-auf-dem-st.html


Ein Tag in Montreal
https://ostkanada.blogspot.com/2014/08/ein-tag-in-montreal.html


Charme und Flair in der Altstadt von Quebec City
https://ostkanada.blogspot.com/2015/09/roadtrip-quebec-city-charme-und-flair.html