05 September 2015

Roadtrip Ostkanada - Charme und Flair in der Altstadt von Quebec City

Immer wieder hatten wir uns vorgenommen Quebec City besuchen und immer wieder war etwas dazwischen gekommen. 
Quebec City ist Nordamerikas aelteste Siedlung. Hoch auf einem Felsen, an einer Engstelle des  St. Lorenz Strom gelegen, nannten die Algonquin den Ort "Kebec" ( wo der Strom enger wird) 
Wir wollten uns vor allem die historische Altstadt und die umgebene Natur mit den Montmorency Fall ansehen. Im September war es fuer uns dann endlich soweit.
Sonntag morgen um 8:00 geht unsere Fahrt von Ottawa aus los. 
Die Tour ueber den endlos langen und schnurgeraden kanadischen Highway bis hoch nach Quebec ist nicht gerade besonders abwechslungsreich und so sind wir happy, als nach ca. 6h Fahrt endlich Quebec City vor uns auftaucht. 



Wir steuern als erstes das Hotel le Concorde an, wo wir fuer  2 Naechte gebucht hatten. Das Hotel hatten wir zuvor im Internet fuer die Haelfte des sonst ueblichen Preis gefunden und ich hatte deshalb schon die Befuerchtung, dass wir irgendwo weit unten, neben dem Heizungsraum mit Blick auf den Hydranten untergebracht werden wuerden ;) Die freundliche Dame am Empfang ist aber anscheinend ein Fan von Josephine, die nach der langen Fahrt im Foyer spielt. Als sie uns den Schluessel fuer das Zimmer ueberreicht sieht sie Josephine an und sagt: "Das wird Dir gefallen, das ist speziell fuer Dich :)" Wir gehen zu den Aufzuegen und fahren hoch zum 23. Stock. So weit oben,  das ist ja toll, sicher haben wir gleich einen phantastischen Blick ueber das Industriegebiet von Quebec aber.... als wir die Zimmertuer oeffnen sind wir ueberwaeltigt, wir blicken direkt hinunter auf das Hotel Frontenac und weiter bis auf den St. Lawrence, wow!


Das Hotel ist ein typischer 70ziger Jahre Betonklotz und etwas outdated, das Personal aber super freundlich und die Zimmer geraeumig und sauber.  Ich kann gar nicht fassen, dass wir so ein Glueck mit unserm Zimmer hatten. Der Ausblick aus unserem Fenster im 23. Stock ist einfach unglaublich...


Wir reissen uns von der Aussicht los, packen kurz unsere Sachen aus und machen uns etwas frisch, bevor wir uns auf den Weg in die Altstadt von Quebec machen, die man vom Holtel aus gut zu Fuss erreichen kann. Obwohl es bereits September ist, haben wir seit Tagen Temperaturen ueber 3o Grad mit einer unglaublich hohen Luftfeuchtigkeit. Fuer den Weg in die Stadt wollen wir mit Josephine in der Nachmittagshitze lieber den Bus nehmen... es gibt aber keinen. Also nehmen wir kurzentschlossen ein Taxi fuer den kurzen Weg runter in die Innenstadt...


Nach dem Bezahlen von gerade mal 8$ lassen wir uns kurz vor der Statue Samuel de Champlains am Hotel Frontenac absetzen und laufen zur Promenade





Das Chateau Frontenac aus dem Jahr 1893 ist Wahrzeichen der Stadt und gehoert zu den meist fotografierten Hotels der Welt. Viele beruehmte Persoenlichkeiten wie Winston Churchill, Alfred Hitschcock oder Princess Grace von Monaco haben hier schon uebernachtet. Wir geben uns mit dem Blick von aussen zufrieden und laufen entlang der Terasse Dufferin, der weitlaeufigen Promenade, die vom Chateau eine schoene Aussicht auf den St. Lawrence bietet. Was man nicht sehen kann ist der wunderbar wuerzige Duft, den das Holz der Terasse in der Sonne verstroemt waehrend wir darueber laufen...


Hier wird uns langsam klar, dass wir fuer unsere Tour nicht nur die letzten Sommertage mit einer Rekordhitze erwischt haben, sondern bei unserer Buchung auch noch total vergassen, dass wir direkt am Labour Day Weekend, dem letzten langen Sommerwochende in Kanada ankommen wuerden. Dementsprechen viele Besucher sind hier heute ueberall unterwegs...


Wir  laufen wir weiter Richtung Vieux Quebec...


...wo wir uns ueber das Kopfsteinpflaster durch die engen Gassen treiben lassen. Hier gibt es viele kleine Strassencafes, Souvenier Shops und vor allem Eisdielen mit einer grossen Auswahl an selbstgemachten Eiscremes. Da es immer noch so heiss ist , stellen wir uns in die Warteschlange und goennen uns ein erfrischendes Zitronensorbet.


Beim Weiterlaufen sehen wir diesen klassischen Mercedes am Strassenrand parken


Von der Oberstadt gelangt man ueber viele verschiedene Treppen hinunter in die Unterstadt


Diese Treppe hier fuehrt in das Quariter Petit Champlain und sieht eigentlich recht unscheinbar aus, ist aber aus dem Jahr 1635 und damit die aelteste Treppe Quebecs. Die Treppe traegt den Namen "Escalier casse-cou", also Genickbrecher Treppe, da sie so steil ist.


Der Place Royale
gilt als Geburtsstaette der franzoesischen Zivilisation in Nordamerka. 1608 errichtete Samuel de Champlain an diesem Platz hier einen Pelzhandelsposten aus der Befestigung eines vorhandenen Irokesen-Dorfes. 1682 gabe es einem grossem Brand, der zu Nordamerikas erster Brandschutzordnung fuehrte. Fortan durften nur noch Haeuser aus Stein gebaut werden.


Diese Steinhaeuser stehen noch immer, und erinnern heute an das franzoesische Erbe der Stadt. 1985 hat die UNESCO diese einzigartige Altstadt in Nordamerika zum Weltkulturerbe erklaert


Hier kann man ganz gut erkennen, welche Steigung die Stadt hat.
Die Innenstadt von Quebec ist unglaublich gruen. Ueberall blueht es, stehen Planzen oder Baueme und an nahezu allen Haeuserfronten haengen ueppig bepflanze Blumenkaesten


Eines von vielen Wandfrescen die in der Stadt zu finden sind


Dieser Platz am Fusse des Chateau-Felsens kann man fuer eine kleine Ruhepause nutzen, auf Baenken und den typisch kanadischen Adirondack Chairs sitzen oder auf den grossen Holzschaukeln im Gruenen die Beine baumeln lassen. 


Gegen Abend fuellen sich hier die vielen kleinen Restaurants


Wir machen uns jetzt mit der Funiculaire, einer Standseilbahn wieder auf den Weg in die Oberstadt. Die Bahn wurde 1879 eroeffnet und ueberwindet auf einer Strecke 59 Meter Hoehendifferenz zwischen der Ober- und der Altstadt.


Oben angekommen beginnt die Sonne langsam hinter der Statue Samuel de Champlains zu versinken. Ein Strassenkuenstler, der den Nachmittag die vorbeiziehenden Menschen unterhalten hat, raeumt gerade seine Sachen ein, waehrend einige Musiker Ihre Intrumente gerade auspacken. Immer noch sind viele Menschen auf der Promenade die auf den Baenken die Abendsonne geniessen oder spazieren gehen


Wir machen uns ueber die Rue Saint Lois jetzt zu Fuss wieder auf den Rueckweg zum Hotel. Dabei entdecken wir in einer Seitenstrasse diese Kanonenkugel, die von einem Baum ueberwachsen wurde. Die Kugel soll noch aus der Zeit der britischen Belagerung 1759 stammen

Wir machen uns ueber die Rue Saint Lois jetzt zu Fuss wieder auf den Rueckweg zum Hotel. Dabei entdecken wir in einer Seitenstrasse diese Kanonenkugel, die von einem Baum ueberwachsen wurde. Die Kugel soll noch aus der Zeit der britischen Belagerung 1759 stammen

Auf dem Weg zur Zitadelle begegnen uns immer wieder Pferdedroschen mit Touristen


Die Citadelle-de-Quebec ist eine sternfoermig angelgete Befestigungsanlage. Die dazugehoerige Stadtmauer ist die einzige in ganz Nordamerika.


Jetzt haben wir langsam Hunger bekommen. Auf dem Weg entdecken wir zwischen all den Restaurants in einer Nische einen kleinen Libanesen, bei dem nicht ganz so viel los ist. Wir holen uns ein Fladenbrot aus dem Steinofen mit Spinat und Feta... lecker!


Zurueck im Hotel ist es bereits dunkel geworden und die Aussicht aus unserem Fenster ueber das erleuchtete Quebec City bei Nacht ist jetzt einfach magical!


Quebec hat uns heute von Anfang an begeistert. Die Stadt mit Ihrem europaeischem Flair, den Kopfstein-gepflasterten Gassen und Blumengeschmueckten Steinhaeusern mit den bunten Daechern ist einfach idyllisch und schoen. Alles ist gut zu Fuss zu erkunden und die Menschen sind uns hier freundlich, aufgeschlossen und hilfsbereit begegnet, auch ohne das wir perfektes Franzoesich sprechen :)
Angenehm ist auch, dass hier anders als in den typischen nordamerikanischen Grossstaedten, grosse Werbetafeln der Fastfoodketten etc. in der Innenstadt verboten sind und so das historische Gesamtbild bewahrt bleibt. Wir freuen uns also, dass wir morgen noch einen Tag hier verbringen koennen...

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