26 September 2015

Petroglyphs Provincial Park - ein spiritueller Ort in der kanadischen Natur

Nordoestlich von Peterborough gelegen, befindet sich der Petroglyphs Provincial Park. 
Der day-use only Park verfuegt ueber verschiedene hiking trails sowie einen schoenen See, eigentlicher Anziehungspunkt aber ist eine der groessten Ansammlungen von historischen Petroglyphs, "Rock Carvings" die in Kanada bisher gefunden wurden. Die Felszeichnungen wurden 1954 nur zufaellig entdeckt und spaeter zusammen mit der umgebenden Natur von Ontario Parks und den Ojiba First Nation gemanaged und als National Historic Site of Canada geschuetzt. 
" The Teaching Rocks" ist heute eine bedeutende spirituelle Staette der First Nation Peoples. 
Seit wir das erste mal eher zufaellig von dem historischen Ort gehoert hatten, wollten wir den Park einmal besuchen und am Samstag war es dann soweit. Gegen Mittag kommen wir nach ca. 2 h Fahrt in dem etwas versteckt gelegenem Park an.
Wir fahren durch alten Waldbestand von Laub-und Nadelbaeumen in den Park. Immer wieder sehen wir dazwischen hohe, abgestorbene Baeume, die hier in der Stille des Parks wie weisse spirituelle Goetter wirken...


Immer dem Symbol der Schildkroete nach, folgen wir den Zeichen bis zu einem Parkplatz


Von hier aus fuehrt uns ein Pfad zum Visitors Center.
 Am Eingang kann zahlt man 14$ Eintritt, wenn man nicht wie wir einen Jahrespass fuer Ontario Parks hat. Vom hier aus leiten Footprints dann den Weg durch den "Learning Place".


Die Spuren fuehren in eine  Tepee-artig gebaute Halle, die uns im Halbdunkel mit leiser Trommelmusik empfaengt. 



 Grosse Tafeln zeigen Native Art und Texte mit ueberliefertem Wissen


An verschiedenen Plaetzen kann man sich auf grossen Kissen niederlassen und alten, ueberlieferten Geschichten vom Band lauschen oder kurze Filme ueber die Tribal Kultur der Ureinwohner Kanadas sehen. Hier kann man gut einige Zeit verbringen...


Auf grossen Tafeln sind vergroesserte Ausschnitte der orignal Rock Carvings abgebildet mit Hinweisen oder Gedanken zu Ihrer vermuteten Bedeutung. Das Zeichen der Schildkroete ist ein bedeutendes Symbol. Es weisst den Weg zum inneren Selbst und steht fuer die Lehre von Gedult und Durchhaltevermoegen waehrend schwerer Zeiten. Der Legende nach traegt die Schildkroete auf Ihrem Ruecken die Welt




Texte und Illustratioen stellen einen kulturellen Kontex zur Kultur der First Nations her.
"What we are told as children is that people,
when they walk on the land, leave their breath whereever they go,
so whenever we walk, that particular spot on earth never forgets us..."

Texte und Illustratioen stellen einen kulturellen Kontex zur Kultur der First Nations her.  "What we are told as children is that people,  when they walk on the land, leave their breath whereever they go,  so whenever we walk, that particular spot on earth never forgets us..."

Fotografieren nicht erlaubt
Vom Visitors Center aus fuehrt uns eine Tuer zu einem Pfad durch den Wald, der uns an eine umzaeunte Area bringt. Ein Schild weisst darauf hin, dass man hier die "Spiritual Site for Native People" betritt und es wird darum gebeten, die heilige Staette der First Nations zu respektieren und das Fotografieren sowie den Gebrauch der mobile Phones zu unterlassen.


 Das respektieren wir natuerlich (wenn auch zaehneknirschend) und so gibt es hier nur noch ein Foto von dem versteckt hinter Baeumen liegendem Glasbau, der den spirituellen Ort beherbergt


In dem hohen glaesernem Gebauede ist es kuehl. Ein Hauch von Salbei haengt in der Luft, als wir eintreten. Die Atmosphaere in der Halle hat etwas mystisches. Ausser uns sind nur noch 4 andere Besucher hier. Ein Park Official sitzt am Eingang und steht bei Bedarf fuer Fragen zur Verfuegung.  Wir blicken ueber ein Gelaender hinunter auf die glatte Oberflaeche eines von teils tiefen Furchen durchzogenen Felsens. Hier hatte Everett Davis 1954 zufaellig unter Moos und Laub verborgen, eine der groessten Petroglyphs Sites in Kanada entdeckt

http://www.genesis6giants.com/index.php?s=512

So deutlich wie auf dem Foto zur Zeit des Fundes, sieht man die Carvings heute nicht mehr, weshalb verstaendlich ist, dass die Seite ueberdacht und geschuetzt wurde um die Petroglyphs so gut wie moeglich zu erhalten. Das Alter der Darstellungen, die menschliche Figuren, Schlangen, Schildkroeten, Kanus bis hin zu abstrakten Zeichen zeigen, wird auf 600 -1100 Jahre geschaetzt. Es gibt viele Theorien, warum gerade dieser Platz gewaehlt wurde und welche Bedeutung die in den Felsen geritzten Symbole haben koennten, doch nichts davon kann sicher belegt werden und so bleibt vieles bis heute mysterioes und geheimnisvoll.
Wir verlassen die Petroglyps Site um noch etwas zu laufen. Der Park hat nur bis 17:00 geoeffnet, so dass uns die Zeit fuer einen der Trails jetzt zu knapp ist. Statt dessen laufen wir zum McGinnis Lake und machen hier ein kleines Picknick
Mc Ginnis Lake is one of only a handful of meromicic lakes (layers of water that don't intermix) in Canada.


Am Ufer liegen alte Baumstaemme und ersten bute Herbstblaetter schwimmen auf dem Wasser


Der McGinnis Lake ist einer der wenigen, "merometic" Seen, in denen sich das Wasser nicht vermischt. Wir klettern ein bisschen und legen uns auf die warmen Felsen, bevor wir uns schliesslich wieder auf den Rueckweg machen


Auf dem Weg zurueck zum Auto hoeren wir ein haemmern und entdecken kurz darauf diesen kleinen Downy Woodpecker an einem Baumstamm pickern


Auf der Rueckfahrt kommen wir am "High Spring Trading Post" vorbei, den wir schon auf den Hinweg passiert hatten und der uns neugierig gemacht hat. Hier soll es handgearbeitete Lederwaren und indianischen Schmuck geben. Beim Blick in den Laden finden wir aber mehr Kitsch und Krempel vor, so dass wir uns nur kurz umsehen und dann wieder weiter fahren. Der Post selbt ist aber ganz lustig gemacht und war den kurzen Stop wert.


Der Petroglyphs Park heute hat uns sehr gut gefallen und uns auch im Nachhinein noch zu einigen Diskussionen und Vermutungen ueber die geheimnisvollen Felsgravuren angeregt. Obwohl die Stelle der Rock Carvings recht klein ist, hat uns der Ort nachhaltig beeindruckt und fasziniert. Da der Park nur begrenzt geoeffnet ist, sollte man seine Zeit bei einem Tagesausflug hier gut planen, wenn man nach dem Besuch des Visitor Center und der Petroglyphs Site noch Zeit fuer die Trails haben moechte.
Angenehm war auch die Ruhe und Stille des Parks. Obwohl wir an einem Samstag und bei wunderschoenem Wetter hier waren, sind wir nur auf wenige andere Besucher getroffen. Noch ist der Park anscheinend recht unbekannt, aber auf jeden Fall einen Besuch wert.


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Pow Wow - traditionelles Fest der Ureinwohner Kanadas
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08 September 2015

Roadtrip Ostkanada - Baeren statt Belugas in Tadoussac

Auf den letzten Teil unseres Roadtrips der uns heute hoch nach Tadoussac bringt, hatte ich mich besonders gefreut. 
Am morgen stehen wir frueh auf, packen unsere Sachen ins Auto, checken im Hotel aus und steuern erst einmal direkt den naehsten Tim Hortons an, wo wir uns zwei "grand deux-deux" (Double Double Kaffees) und Timbits als kleines Fruehstueck auf die Fahrt mitnehmen. 
Knapp 220 Kilometer Strasse liegen heute vor uns, eigentlich nicht sehr viel, aber die Route 138 ist als einzige Verbindung Richtung Norden oft verkehrsreich und teils nicht gut ausgebaut. Am St. Anne Canyon, den wir uns eigentlich auf dem Weg hatten ansehen wollen, fahren wir vorbei um dafuer spaeter mehr Zeit in Tadoussac zu haben.
Nicht weit hinter Quebec City beginnt die Landschaft abwechslungreich zu werden. Weite kanadische Waelder erstrecken sich entlang der Strasse und die grossen gelben moose-warning signs haeufen sich an der Fahrbahn ...

Nicht weit hinter Quebec City beginnt die Landschaft abwechslungreich zu werden. Weite kanadische Waelder erstrecken sich entlang der Strasse und die grossen gelben moose-warning signs haeufen sich an der Fahrbahn ...

Die Steigungen auf der Strecke sind zum Teil enorm


Die Aussicht die sich uns hier immer wieder auf die steil abfallenden Ufer des immer breiter werdenen St. Lorenz Stroms bietet, ist grandios und wunderschoen


Knapp auf der Haelfte der Strecke sehen wir rechts eine Boulangerie. Hier stoppen wir kurz  und versorgen uns fuer die Weiterfahrt mit Baguette, Apfeltaschen und Schweineoehrchen, ganz frisch und super lecker :) Jetzt ist es nicht mehr weit...


 2 Baustellen lassen den Verkehr fuer einige Zeit stoppen, bevor wir nach ca. 4 Stunden Fahrt die Faehre in Baie-Sainte-Catherine erreichen, die am Ufer schon bereit zum Ablegen ist. Die Faehren fahren alle 15 Minuten,  24/7 und bringen Besucher kostenlos an das gegenueber liegende Ufer. Auf der knapp 10 Minuten dauerenden Ueberfahrt steigen wir aus dem Auto aus und blicken von der Reling ueber das Wasser. Hatten wir gestern noch ueber 30 Grad in Quebec gestoehnt, freuen wir uns jetzt ueber die angenehme, 12 Grad kuehle Luft in Tadoussac. Schade nur, dass sich am Himmel die Sonne nicht ein bisschen blicken laesst...


Tadoussac ist ein winziges Dorf an der Muendung des Saguenay Fjords, das um 1525 aus einer Siedlung baskischer Walfaenger entstanden sein soll. Wahrzeichen des Ortes ist das 1864 im Kolonialstil erbaute Hotel Tadoussac, dessen rotes Dach schon von Weitem zu sehen ist (und schon als Filmkulisse zu John Irving's Hotel "New Hamshire" diente )


Wir suchen kurz das Visitors Center auf und stellen den Wagen dann auf einem kostenlosen Parkplatz ab. Der kleine Ort laesst sich gut zu Fuss erkunden. Auf dem Weg zum Strand kommen wir an einem Friedhof mit der kleinen, 1747  von Jesuiten erbauten Kapelle vorbei, der aeltesten Holzkirche Kanadas 


Beim Betreten der "little Indian's Chapel" beeindruckt mich als erstes die Decke der Kapelle, die in Form eines Bootes gebaut und aus naturbelassenem Holz gefertigt ist. Ich haette gerne eine Kerze angezuendet, aber diese Moeglichkeit gibt es hier, wie in vielen Nordamerikanischen Kirchen nicht. Beim rausgehen hinterlassen wir dafuer eine kleine Spende bei der freundlichen Dame am Eingang 


Old Trading Post
Um 1600 wurde Tadoussac zum ersten Fell-Handelsposten in Kanada


Mit dem Auto fahren wir weiter um uns die naheliegenden Sandduenen anzusehen. Als wir dort ankommen, springen gerade ein paar Paraglider von den Klippen und lassen sich das Ufer entlang gleiten. Der Blick auf das zerklueftete Ufer des Lorenzstroms von hier oben ist beeindruckend schoen


Auf der Fahrt zurueck nach Tadoussac sehen wir 2 Leute am Strassenrand, die auf die gegenueber liegende Wiese blicken. Dann sehe ich es auch... Baeren! Eine Schwarzbaeren Mutter mit 2 kleinen Baerenkindern. Unsere erste Baerensichtung in Kanada in freier Natur. Ich mache ein paar Aufnahmen aus respektvoll gehaltenem Abstand.

Auf der Fahrt zurueck nach Tadoussac sehen wir 2 Leute am Strassenrand, die auf die gegenueber liegende Wiese blicken. Dann sehe ich es auch... Baeren! Eine Schwarzbaeren Mutter mit 2 kleinen Baerenkindern.

Wir beobachten die Baeren Family noch eine Weile, bevor wir wieder weiter in den Ort fahren

Wir beobachten die Baeren Family noch eine Weile, bevor wir wieder weiter in den Ort fahren

Zurueck im Ort gehen wir runter zum kleinen Hafen, von dem aus die Whale-Watching Touren starten. Tadoussac gilt als einer der besten Plaetze fuer Walbeobachtungen. Gelegen an der Muendung zum Saguenay Fjord und des Atlaniks wird hier durch die Gezeiten das Suesswasser des Fjords, mit dem salzigen Meerwasser des Atlantiks vermischt, was das Gewaesser besonders naehrreich und somit zum Anziehungspunkt fuer zahlreiche Walarten macht. Wir hatten vorab ueberlegt, ob wir mit Josephine eine Waltour machen sollten. Kai und ich hatten bereits so eine Whale- Watching Tour mit einem der schnellen Zodiac Boote mitgemacht und waren total begeistert. Mit Josephine halten wir das aber noch fuer keine so gute Idee. Heute begnuegen wir uns mal damit den abfahrenden Touristen zuzusehen...


Tadoussac gilt als einer der besten Plaetze fuer Walbeobachtungen. Gelegen an der Muendung zum Saguenay Fjord und des Atlaniks..

Etwas wehmuetig blicken wir den davon fahrenden Booten hinterher. Wer noch keine solche Tour mitgemacht hat, sollte hier unbedingt die Gelegenheit dazu nutzen!

Wer noch keine solche Tour mitgemacht hat, sollte hier unbedingt die Gelegenheit dazu nutzen!

Wir gehen weiter zum Ufer, an dem lange Holzstege am Wasser entlang fuehren.


Von hier aus gehen wir weiter ueber die ausgewaschenen, glatten Felsen und blicken ueber das Wasser

Von hier aus gehen wir weiter ueber die ausgewaschenen, glatten Felsen und blicken ueber das Wasser

Tadoussac ist einer der wenigen Orte, an dem man Wale auch von Land aus sehen kann. 
Eine Infotafel zeigt die Tiere, die in den Tiefen des St. Lawrence Stroms nach Nahrung suchen und die man dann beim Auftauchen auch von hier aus entdecken kann, Buckelwale, Blauwale, Finnwale, Delphine und natuerlich... die Belugas.


Bei schoenem Wetter kann man hier vor allem gegen Abend viele Menschen auf den sonnenwarmen Felsen sitzen und nach den Walen Ausschau halten sehen. Heute ist ausser uns kaum jemand hier, nur ein paar Leute stehen im kuehlen Wind und suchen in der Ferne nach auftauchenden Finnen und Fluken. Obwohl es inzwischen ziemlich kuehl geworden ist und man nicht nur keine Wale, sondern auch sonst kaum was sehen kann, koennte ich hier ewig bleiben... was Josephine aber weniger aufregend findet:) Also reisse ich mich los und wir machen uns, um Ihr noch ein bisschen Wal-Erlebnis zu bieten, auf den Weg zum Walmuseum von Tadoussac


Das Walmuseum von Tadoussac

Das Walmuseum von Tadoussac


Im Naturkundemuseum in Ottawa hatten wir schon oefters beeindruckt die lebensgrossen Walmodelle und Knochen bewundert. Das Museum hier ist nur sehr klein und besteht nur aus einem Raum. Dafuer ist aber alles in diesem Raum echt und stammt zum groessten Teil von angespuelten Walen vor Ort, ausserdem darf man alles anfassen. Wir sind die einzigen Besucher im Museum und die beiden hier arbeitenden, sehr freundlichen Damen, bemuehen sich sehr um uns. Ich finde besonders die ausgestellten Barten eines Blau- und eines Pottwals interessant, sowas habe ich bisher noch nie "in echt" gesehen, und schon gar nicht angefasst (fuehlt sich ein bisschen an wie ein Borsten eines Strassenbesens :) Auch interessant, die beiden Kiefeknochen, die das Eingangsportal zum Raum bilden.


Anschliessend gehen wir noch in den kleinen Souvenier Shop, wo es ganz interessante Dinge zu ueberraschend kleinem Preis gibt. Blick aus dem Fenster des Museums....


Gegen 18:30 machen wir uns wieder auf den Weg zur Faehre um am gegenueberliegenden Ufer jetzt endlich mal unsere Unterkunt fuer die Nacht zu beziehen. Die Faehren fahren uebrigens alle 15 Minuten, 24 h am Tag und das ganze Jahr durch. Auf der Rueckfahrt bekommen wir durch die tiefhaengenden Wolken noch einmal einen kleinen Eindruck von der Schoenheit des Saguenay Fjords...


Nach knapp 15 Minuten Fahrt legen wir an und wir checken in unserem vorab im Internet gebuchten Motel  "Le Vacancier"  ein. 



Von der unterhaltsamen Dame am Empfang bekommen wir den Zimmerschluessel. Der Raum ist einfach, im Bad broeselt etwas der Putz, aber alles ist supersauber und liebevoll gemacht. Da wir morgen ja leider schon wieder fahren, packen wir gar nicht viel aus, lassen uns kurz auf die sehr bequemen Betten fallen, bevor wir wir mal einen Blick in das zum Motel gehoerige Restaurant begeben. Eigentlich hatten wir gar nicht vor hier etwas zu essen, aber der Mangel an Alternativen und der gemuetliche Eindruck des kleinen Restaurants lassen uns spontan umentscheiden. Bei der Karte sind wir dann sehr ueberrascht, es gibt viele frische Meeres Spezialitaeten zu bezahlbarem Preis. Am Nachbarstisch wird  gerade eine riesige, gut duftende Hummerplatte mit einer Flasche Weisswein serviert. Ganz so krachen lassen wollen wir es nicht, wir bestellen Scampi und Cod, was phantastisch ist. Das Fruestueck am naehsten morgen ist ebenfalls sehr reichhaltig und lecker:)


Als wir uns am Morgen unserer langen Rueckfahrt aufbrechen, prasselt Regen von einem grauen Himmel. Wir hatten gestern also echt richtig Glueck mit unserem "Nur-Wolken" Wetter. 


Trotz des Regens bin ich ein bisschen traurig, dass wir heute schon zurueck fahren muessen. Die Gegend um Tadoussac hat uns total gut gefallen und wir hatten uns eigentlich noch viel mehr vorgenommen. Fuer uns jetzt schon fest, dass wir auf jeden Fall noch einmal, dann mit mehr Zeit wiederkommen werden. 

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07 September 2015

Roadtrip Ostkanada - Montmorency Wasserfall und Île d'Orléans

Nachdem wir gestern vor allem die schoene Altstadt Quebecs besichtigt hatten, wollen wir uns heute mehr die umliegende Natur ansehen. Tagesziel soll der nahegelegene Montmorency Parc sein, wo es den hoechsten Wasserfall in Quebec zu sehen gibt.
Der Wetterbericht macht uns heute nicht allzuviel Hoffnung auf einen sonnigen Tag, aber egal, wir nehmen es wie es kommt.
Ich wache frueh auf und kann so am Hotelzimmerfenster mit der schoenen Aussicht gerade noch verfolgen, wie die Sonne am Horizont langsam an einem wolkenverhangenem Himmel ueber dem St. Lawrence River aufgeht.


Es dauert noch eine Weile bis wir alle richtig wach sind und uns fertig gemacht haben.  Da das zum Hotel gehoerige Restaurant, das wir unbedingt wegen der Panorama-Aussicht einmal besuchen wollen, erst ab 9:00 oeffnet, vertreiben wir uns die Zeit bis dahin im Stadtpark um die Ecke mit einen kleinen Morgenspaziergang. Es ist  schon jetzt sehr diesig und wahnsinng schwuel.


Um 9:00 fahren wir mit dem Fahrstuhl in die 25. Etage wo das sich das Dreh-Restaurant des Hotels befindet. Ist die Aussicht aus unserem Hotelfenster schon beeindruckend, ist die Panorama-Aussicht hier trotz des wolkenverhangenen Himmels einfach atemraubend


Sanfte Jazz-Klaenge laufen im Hintergrund, als wir den ersten Kaffee und die Speisekarte gebracht bekommen. Ein Blick auf das Menue macht klar, warum Quebec auch als kulinarisches Bollwerk inmitten der amerikanischen Fastfood Kultur bezeichnet wird. Ich haette mich ja auch mit simplen Ham and Eggs zufrieden gegeben aber die gibt die Karte erst gar nicht her. So sind wir also gezwungen, delicatere Cuisine zu bestellen ;)


Das Brunch in der angenehmen Atmosphaere des sich langsam drehenden Panorama-Restaurants war ein schoener Start. Jetzt wollen wir los um unseren letzten Tag in Quebec noch so gut wie moeglich zu nutzen koennen. Ueber die Autobahn machen wir uns auf den Weg zum Montmorency Falls Park. Auf dem Parkplatz angekommen zahlen wir 14$, was als Gebuehr fuer den gesamten Park nicht uebertrieben ist. Vom Parkplatz aus sieht der Wasserfall fuer mich erst mal alles andere als beeindruckend aus, schon gar nicht spektakulaer. Das zwischen dem Wasserfall und dem Fluss als Verbindung zum St. Lorenz Strom auch noch Bahnschienen und ein Highway verlaufen, verdirbt etwas den Eindruck des eigentlichen Naturschauspiels... 


Hinter dem Besucher Centrum ueberqueren wir die Bahnschienen und laufen in den Montmorency Park, auf den Wasserfall zu


Der Montmorency Fall ist 83 Meter hoch, hoeher also als die Niagara Faelle aber bei weitem nicht so breit. Von hier aus laesst sich jetzt auch langsam die Hoehe des Wasserfalls erahnen (betrachtet man die winzig kleinen Menschen unten rechts:)

Von hier aus laesst sich jetzt auch langsam die Hoehe des Wasserfalls erahnen (betrachtet man die winzig kleinen Menschen unten rechts:)

Es gibt verschiedene Wege um zum Wasserfall zu gelangen. Von oben ueber die Haengebruecke, von unten durch den Park, mit der Seilbahn, oder aber etwas aufregender... free climbing an der Felswand entlang

Es gibt verschiedene Wege um zum Wasserfall zu gelangen. Von oben ueber die Haengebruecke, von unten durch den Park, mit der Seilbahn, oder aber etwas aufregender... free climbing an der Felswand entlang



Hat der Park und der Wasserfall anfangs noch wenig beeindruckend auf mich gewirkt, aendert sich das schnell als wir naeher kommen


Hier kann man die Wassermassen schon laut  die 83 Meter abwaerts tosen hoeren


Am aeussersten Ende der Besucherplattform ist der Wasserfall ohrenbetaeubend laut und die Gischt macht mich in kuerzester Zeit nass :) Durch den Spruehnebel kann man erkennen, dass hier noch weitere kleinere Faellen an den fast 100 Meter hohen  Felsen hinabstuertzen.


Jetzt will ich aber auch einmal hinauf auf die Haengebruecke, die ueber den Wasserfall fuehrt. Wir machen uns in der schwuelen Hitze mit Josephine auf den Weg ueber die gefuehlt  "1000" Stufen der steilen Holztreppe. Nicht mehr weit von Ziel entfernt drehen wir dann aber um, da Josephine so muede ist und sich nur noch vorwaerts schleppt


Also machen wir uns ganz langsam wieder auf den Weg nach unten...


Zum Park gehoert auch ein kleiner versteckter Spielplatz, auf dem wir Josephine dann erst einmal eine Ruhepause goennen. Bevor wir wieder zurueck zum Auto gehen, werfen wir noch einmal einen Blick auf das spectakulaere Naturschauspiel


Unser Fazit: Den Montmorency Falls Park sollte man unbedingt bei einem Quebec Trip fuer einen Zwischenstop mit einplanen. Der Anblick des gewaltigen Wasserfalls in der Ruhe der umgebenden Natur ist einfach ein Erlebnis und absolut sehenswert. 
Wir fahren vom Park aus weiter den Highway entlang ueber St. Lawrence Bruecke auf die Île d'Orléans. Das Wetter ist weiterhin schwuelheiss und in der feuchten Luft bietet sich uns von hier aus  ein diesiger Ausblick auf Quebec City am gegenueberliegenden Ufer

Das Wetter ist weiterhin schwuelheiss und in der feuchten Luft bietet sich uns von hier aus  ein diesiger Ausblick auf Quebec City am gegenueberliegenden Ufer

Die ca. 15 Autominuten von Quebec City entfernte Insel bietet einen Abstecher in die malerisch laendliche Schoenheit der Natur Quebecs. Wir kommen an Jahrhunderte alten Haeusern und Kirchen, ueppigen Obstplantagen und weiten Feldern vorbei. 1535 wurde die Insel von Jacques Cartier entdeckt, der hier viele wildwachsende Weinreben vorfand. Wir entdecken auf unserer Fahrt auf der Insel ebenfalls Weinreben... und halten spontan mal auf einem der Weingueter an :)


Wir sehen uns etwas um, machen eine winzige Weinprobe und nehmen uns daraufhin eine Flasche Rotwein fuer den Abend mit

Wir sehen uns etwas um, machen eine winzige Weinprobe und nehmen uns daraufhin eine Flasche Rotwein fuer den Abend mit


Hier, am Ufer der Insel kann man in der Ferne den Montmorency Fall erkennen...


Es geht ein ziemlicher Wind und das Wasser auf dem St. Lawrence Strom ist heute rauh, trotzdem nehmen es hier einige Kajaks mit den Wellen auf


Blick ueber den Lorenz Strom auf Quebec City



Wir fahren wieder zurueck nach Quebec City, diesesmal Uptown (Haute-Ville). Erstaunlicherweise finden wir auch sofort einen Parkplatz vor der Stadtmauer


Ueber die Rue Saint-Jean laufen wir an den vielen kleinen Geschaeften entlang, bis wir an unserem eigentlichen Ziel ankommen


Das Cafe-Boulangerie Paillard
Hier gibt es viele schlimme Sachen, wie die besten Schoko-Croissants, suesse Macarons, 
oder homemade Sandwiches und hier wollen wir jetzt endlich mal was essen. Im Cafe kann man zwanglos an den langen Holztischen Platz nehmen, begleitet von der sehnsuechtigen Musik des  Akkordion Spielers. Josephine moechte ein Eis, Kai und ich bestellen uns verschiedene Sandwiches, die beide absolut phantastisch sind und dazu das leckerste Schoko-Croissant ueberhaupt :)


Als wir das Cafe verlassen beginnt er zu regnen und wir fahren erst einmal zurueck zum Hotel. Als wir gerade oben sind, wird es auf einmal dunkel und es beginnt heftigst zu schuetten und gewittern


Obwohl es immer noch leicht nieselt, wollen wir an unserem letzten Abend hier noch einmal runter in die Altstadt von Quebec. Wir lassen den Wagen am Old Port stehen und laufen durch die regennassen Gassen


Bei dem Wetter ist jetzt kaum jemand unterwegs und ich kann noch einmal ein Foto von der L-Escalier Casse-Cou, den "Breakneck Steps", aufnehmen


Das Wetter treibt uns zwischendurch in ein paar der vielen Souvenier Shops


Dieses Fresco darf bei einem Quebec Besuch natuerlich nicht fehlen.Es ehrt beruehmte historischen Persoenlichkeiten der Stadtgeschichte wie Samuel de Champlain und Graf Frontenac, die neben aktuellen Bekannheiten aus Sport und Unterhaltung hier humorvoll vereint sind



Quebec City verabschiedet sich von uns im warmen, auf den alten Pflastersteinen spiegeldem Licht


"Je me souviens" ... ich erinnere mich. 
Der Satz der auf jedem Autokennzeichen Quebecs steht, und der Wahlspruch von Quebec City ist, wird jetzt auch fuer uns gelten. Wir werden uns gerne an die Stadt zurueck erinnern.
Morgen geht unsere Fahrt weiter den St. Lorenz Strom hoch bis an den Fjord nach Tadoussac...

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Charme und Flair in der Altstadt von Quebec City:
https://ostkanada.blogspot.ca/2015/09/roadtrip-quebec-city-charme-und-flair.html












Baeren statt Belugas in Tadoussac:

https://ostkanada.blogspot.ca/2015/09/roadtrip-ostkanada-richtung-norden.html
Tadoussac gilt als einer der besten Plaetze fuer Walbeobachtungen. Gelegen an der Muendung zum Saguenay Fjord und des Atlaniks..

An den Niagarafaellen https://ostkanada.blogspot.com/2016/10/niagara-falls-beeindruckendes.html
Obwohl wir nicht zum ersten Mal hier sind bleiben erst einmal beeindruckt stehen und schauen fasziniert zu, wie die gewaltigen Wassermassen ueber die Felskante abwaerts stuerzen