29 August 2013

Algonquin Park - Achray Campground und Tom Thomsons Ranger Cabin

Am Samstag sind wir frueh morgens losgefahren um Lucia, die ein paar Tage bei Ihrer Freundin in Petawawa zu Besuch war wieder abzuholen. 
Das Wetter war so schoen und sonnig warm, dass wir vorher noch mal die Gelgenheit zu einem short trip in den nahe gelegenen Algonquin Park nutzen wollten. 
Die nordoestliche Region des Parks ist abgeschieden und einsamer als die Toronto-nahe Westseite des Parks und selbst nur einen nachmittag hier zu verbringen ist immer gut um mal abzuschalten. Von Pembroke aus fahren wir auf die Barron Canyon Road die nach kurzer Zeit ueber auf ca. 40 km Dirt Road fuehrt... und das ist eine echte Belastungsprobe fuer Auto und Nerven :) Vorbei am sensationellen Barron Canyon kommen wir dann irgendwann gut durchgeschuettelt im Achray Gebiet an.


Der Portage Shop ist letzter Stop und Moeglichkeit ein Kanu zu mieten, Feuerholz, Snacks oder natuerlich... Wuermer zu kaufen. Ebenso letzte Gelegenheit ausreichend zu tanken bevor es in den weitlaeufigen Park geht.


Achray war in frueheren Zeiten eine Haltestelle der Canadian Northern Railway die vor allem von Holzfaellern genutzt wurde. Heute ist an diesem schoenem Ort ein kleiner Campground, der ein beliebter Ausgangspunkt fuer Hikes oder multiday canoe trips ist.


Hier ist es wundervoll ruhig und einsam, trotz der Ferienzeit sind nur wenige Camper hier.


Eine kleine Gruppe Paddler hat hier angelegt um die Nacht im Park zu verbringen.


Wir begeben uns von hier aus auf den Jack Pine Trail Loop. Schon nach Kurzem werden wir im Pinienwald von den bugs angefallen, die sich anscheinend voellig ausgehungert ueber ein paar Menschen freuen. Normalerweise ist Kai ja das Lieblingsopfer der laestigen Sauger, aber diesmal war ich offensichtlich genauso attraktiv ;)  Innerhalb kurzer Zeit sammeln wir jede Menge Treffer waehrend das "OFF!"  ... natuerlich zu Hause liegt :)


Glacial Boulders, Ueberbleibsel aus der Eiszeit liegen auf dem 
Waldboden zwischen den Baeumen


Blick ueber den Grand Lake...
 "You are standing at one of the most famos sites in Canadian art history".
Dieser Ort war Tom Thomson Inspiration zu seinem Gemaelde " The Jack Pine ".


Tom Thomson? ... den Namen hatte ich bevor wir nach Kanada kamen noch nie gehoert und haette damit am ehesten eine Comicfigur verbunden bis ich lernte, dass es sich dabei um einen der einflussreichsten Kuenstler Kanadas handelt.
Tom Thomson arbeitete im Gebiet des Algonquin als Fire Ranger und hat hier in der weiten Natur des Parks seinen ganz eigenen Stil entwickelt. Sein Tod ist bis heute mysterioes...  
1917 fand man das leere Kanu Thomsons auf dem Canoe Lake und eine Woche spaeter seine Leiche auf dem Wasser treibend. Bis heute ist ungeklaert wie der Wildnis-und Kanuerfahrene Thomson auf dem See ertrinken konnte. Auf dem Canoe Lake haben Freunde einen Gedenkstein fuer Ihn errichtet. Aus der Innschrift: 
" ...he lived humbly but passionately with the wild it made him brother 
to all untamed things of nature..."


Und die Jack Pine? Thomsons Vorlage zu seinem beruehmten Werk steht schon lange nicht mehr, sie ist in den 70 zigern wohl Opfer des Windes und des Alters geworden...


Der Sandstrand ist einsam, das Wasser flach und ganz warm


Eine von unzaehligen Suesswassermuscheln die wir hier im flachen warmen Wasser finden...



... und die sich anscheinend in dem goldenem Sand fortbewegen und dabei diese Spuren hinterlassen?


Es ist unglaublich ruhig und friedlich hier



Waehrend Josephine im Sand spielt geniessen wir den Blick ueber das Wasser



Beim weitergehen kommen wir an diesen maechtigen White Pines an einem Beaver Pond
vorbei



Die Cabin in der Tom Thomson als Fire Ranger lebte und die den Namen " Out-Side-In" traegt ist jetzt ein kleines Museum zur Park history.


Eine interessante Vorstellung, so abgeschieden in einer solchen Cabin zu leben und arbeiten...
Im Algonquin Park gibt es einige dieser alten Ranger Cabins die man mieten kann und 
die teils nur auf dem Wasserweg zu erreichen sind.


Viel spaeter als wir uns eigentlich vorgenommen hatten machen wir uns dann auf den Weg.
Auf der Rueckfahrt durch den Park bemerken wir die ersten Vorboten des Indian Summer...











16 August 2013

Kingston, entlang der Waterfront und Fort Henry

Nachdem es schon beinahe herbstlich geworden war und wir Nachttemperaturen im einstelligen Bereich hatten, kommt der Sommer jetzt anscheinend noch mal in Schwung.
Letzte Woche hatten wir ein Appointment in Kingston und da wir anschliessend noch Zeit hatten und das Wetter so schoen war sind wir danach noch Richtung Wasser gegangen um ein bisschen am Ufer entlang zu laufen. 
Kingston liegt an der Einmuendung des Lake Ontrio in den St. Lawrence River. Ihre  strategisch guenstige Lage machte die Stadt um 1800 zu einem wichtigen Marinestuetzpunkt und mit der Vereinigung Upper-und Lower Kanadas 1841 wurde Kingsten sogar fuer 3 Jahre zur ersten Hauptstadt ernannt.
Heute noch sieht man der Stadt, die wegen der vielen Kalksteingebaeude auch  "Limestone City" genannt wird, Ihre britischen Wurzeln an.
Wir haben den Innestadtbereich aber ausgelassen,  etwas ausserhalb am Universitaetsgelaende geparkt und sind von dort aus runter zum Wasser gegangen...


Blick auf die Kuppel der City Hall

Die Queen's University ist eine der aeltesten Hochschulen in Kananda


Der Campus liegt in einem parkaehnlichen Gelaende,
die schoenen Gebaeude geben einen Eindruck der historischen Sandstein Architektur.


Vom  Universitaetsgelaende aus ist es nicht weit bis ans Wasser. 
Die Uferpromenade ist Teil des 8 km langen Waterfront Pathway.


Ein grosser Inukshuk blickt ueber das Wasser. 
Diese figuerlichen Steinbauten dienten in frueheren Zeiten den Inuit  
unter anderem als Wegzeichen.


Der Segelclub


Von hier aus hat man schon Sicht auf das Gebiet der Thousand Islands.



Auf diesem Kreuz erkennt man schon von Weitem irische Ornamente.
Es gedenkt der 1500 Iren die vor der grossen Hungersnot in Ihrer Heimat gefluechtet waren, nach vielen Strapazen endlich die Kueste Nordamerikas erreicht hatten und dann hier im Jahr 1874 einer Thypus- Epedemie zum Opfer gefallen sind...
"We Hold Their Memory Sacred"



Das Steuerrad eines Schiffs... und ein Denkmal.
Eherung fuer einen lokalen Lotsen, der Dank excellenter Kenntisse des Lake Ontarios unter anderem ein wichtiges Mitglied im Search and Rescue Team war. Das Denkmal ist Teil des Pump House Steam Museum.


Das Marine Museum of the Great Lakes. Davor liegt die Alexander Henry, ein ehemaliger Eisbrecher der Kuestenwache der jetzt ein Museumschiff ist.


Gegen spaeten nachmittag entscheiden wir uns Fort Henry noch kurz zu besuchen.
In der Naehe parkt diese Can-Am Spyder. Diese Trikes der kanadischen Firma Bombardier sehen wir hier oft in ganzen Gruppen fahren.


Die Festung Fort Henry liegt gegenueber dem Stadtzentrum auf dem Huegel 
einer kleinen Halbinsel.


Von oben ein etwas verhangener Blick auf die Stadt...


Die Festungsanlange reicht fast bis runter an das Wasser


Als wir gerade durch das Tor gehen wollen donnern Kanonenschuesse... ich find das immer unheimlich und brauche diesen Teil der living history eigentlich nicht. Im Garrison Store bekommt man auch die Tickets fuer das Innere des Forts und der Show, wir waren aber schon etwas spaet dran und haben den Teil ausgelassen.


Das Fort wurde waehrend des Krieges von 1812 erbaut um die britischen Marineanlagen zu schuetzen und gewann mit dem Bau des Rideau Canals noch mal an Bedeutung. 


1891 war das Fort verlassen und dem Verfall ausgesetzt bis 1936 umfassende Restaurationsarbeiten begannen und Fort Henry 2 Jahre spaeter 
als histiorisches Museum wieder eroeffnete.


Ein Blick runter in das Innere der Anlage...
Angstellte und Studenten sorgen ueber die Sommermonate hier fuer eine Show in historischem Ambiente und Kostuemen.


Das war offenbar noch vor der ueblichen nordamerikanischen Bauweise  ;)


Hier kommt eine Militaerkappelle hochmarschiert und ich hatte schon befuerchtet das
 jezt gleich exerziert wird aber...


... statt dessen stellt sich die Kapelle ganz friedlich auf und beginnt einen Song 

ganz toll a cappella zu singen :)


Blick zur anderen Seite ueber das Wasser und die Wehrtuerme


Ebenfalls in schoenster Lage und mit Seeblick, liegt eines der groessten Hochsicherheitsgefaengnisse des Landes, noch, es steht vor der Schliessung.
Auf dem Weg nach Hause kommen wir an einer Art Besserungsanstalt vorbei in derem Hof wir im vorbeifahren "Insassen"  im Garten arbeiten sehen  Da ging mit unweigerlich Johnny Cash's Folson Prison Blues durch den Kopf...


13 August 2013

Lazy Porcupine - Ein Stachelschwein im Baum

Mit dem Summer oder Annual Park Pass lohnt es sich auch mal nur fuer einen nur kurzen Besuch in einen der umliegenden Provincial Parks zu fahren und da der Murphys Point PP ganz bei uns in der Naehe ist nutzen wir das so oft wie moeglich. 
Neulich sind wir am abend noch mal kurz raus gefahren. Die im Wald gelegenen Campsites des Parks sind im Moment gut besucht weshalb wir eigentlich nicht damit gerechnet hatten irgendwelche Tiere zu sehen, bis wir auf einem Baum ploetzlich ein dunkles Buendel spotten. Beim Naeherkommen erkennen wir ein Porcupine das auf einem Ast oben im Baum liegt...



Das Porcupine ist Kanadas zweitgroesstes Nagetier, neben dem Biber.
 Stachelschweine kennen wir hier eigentlich leider vorwiegend im Din A 4 Format, 
plattgefahren als roadkill auf der Strasse. Aber wenn man aufmerksam ist kann man die langsamen und nachtaktiven Stacheltiere auch in Ihrem bevorzugtem Lebensraum, dem Wald entdecken... und zwar lebendig :)


Seit uns im letzten Jahr mal abends einer der Ranger vorsichtig rangewunken hat um uns ein friedlich an einen Baum gelehntes Porcupine mit seinen winzigen Jungen zu zeigen gehoere ich zu den Fans der puscheligen Stachler.


Dat little Punk ;) 
Das Fell der Tiere ist vorwiegend weich, auf dem Ruecken sind aber Borsten die sie aufstellen koennen. Die langen spitzeStacheln am Schwanz des Porcupines dienen der Selbstverteidigung und haben  gemeine kleine Wiederhaken. Entgegen der Legende koennen die Tiere allerdings nicht damit "schiessen"  ;)


Nachdem das Porcupine uns nicht als Gefahr sieht, dreht es sich laaaangsam auf die andere Seite...


und schlaeft weiter. Sieht fast aus wie ein Kuscheltier, waeren da nicht die langen Krallen :)


Nur ein paar Meter weiter sitzt eine grosse Gruppe Kanuten der Voyageur canoe brigade zum BBQ zusammen die ueber nacht im Park campen um am naechsten morgegemeinsam weiter in Ihrem 2 weeks adventure den Rideau Canal von Kingston nach Ottawa erpaddeln...


Am naechsten Abend sehen wir den Club bei uns am Canal wieder...


wie sie Ihre Kanus hier festgemacht und Ihre Zelte aufgeschlagen haben.