11 August 2018

Sandbanks Park - Duenen, Sand und blaues Wasser im Osten Kanadas

Sandbanks gehoert zu den laengsten und schoensten Sandstraenden in Ontario und ist gut von Toronto, Ottawa oder Montreal aus zu erreichen.
Noch immer sind Sommerferien in Kanada. Bereits seit Anfang Juni ist das Wetter mit Temperaturen ueber 30 Grad schwuel-heiss und sonnig. Am Wochenende haben wir uns fuer eine Abkuehlung auf den Weg Richtung Sandbanks Park gemacht. Bepackt mit Bade-und Picknicksachen fahren wir von Ottawa aus ueber Kingston, vorbei an Obst und Weinplantagen direkt entlang am Lake Ontario. Irgendwann endet die Strasse an einer Faehre, mit der wir kostenlos auf die Halbinsel Prince Edward County uebersetzen. Von hier aus geht es durch den kleinen Ort Picton weiter zum Sandbanks Provincial Park.
Am Eingang des Parks angekommen stehen hier schon etliche Autos Schlange. Mit unserem Parks Canada Pass koennen wir allerdings direkt durchfahren bis zum bereits ziemlich ueberfuellten Parkplatz. Nachdem wir einen Stellplatz fuer den Wagen gefunden haben geht es endlich ans Wasser und wow, vor uns liegt ein schoener, weisser und langer Sandstrand. 


Sandbanks hat 3 verschiedene Straende, Outlet Beach, Sandbank Beach und Dunes Beach. Wir wollen zu den Duenen. Vom nahe gelegenem Campingplatz sind Urlauber mit dem Fahrrad an den Strand gekommen. 


 Zum Strand gehoert eine Comfort Station mit Umkleidekabine, Dusche und WC. Ausserdem gibt es ein Kiosk an dem man Burgers, Fries und Popsicals kaufen kann. Wir laufen die Duenen hoch um uns dort einen Platz zu suchen.


Weiter oben in den Huegeln der Duenen ist es ruhiger.
Hier gibt es die groessten Suesswasser Duenen der Welt, manche von Ihnen bis zu 80 m hoch. Der Sand unter unseren Fuessen ist heiss und die Duenen erstrecken sich soweit wir blicken koennen.


Von hier oben hat man einen schoenen Blick ueber das Wasser...


... das hier unglaublich klar und tiefblau wirkt.


Wir sehen den Motorbooten hinterher, die hier erlaubt sind und Spass beim tubing haben. Stand-up Paddler gleiten ueber das Wasser.



Das Wasser ist hier sehr flach, fein sandig und angenehm kuehl,
man muss schon weiter in den See reingehen um schwimmen zu koennen. Ideal fuer kleiner Kinder. Wir suchen uns einen Platz im Schatten der Baeume, ziehen uns um und Josephine laeuft ins Wasser.


 Ein verschlungen wurzelnder Baum mit Spechtloechern haelt sich hier am Strand. 


Zum Park gehoeren 2 kleinere Trails die durch die Duenen fuehren.
Die Vegetation ist hier weniger ueppip und besteht mehr aus robusten Straeuchern und Graesern. Mitten im Gestruepp fallen mir diese "Staengel" auf. Keine Ahnung was das ist, sieht aber sehr interessant aus, Art Deco designed by Nature :)


Die hier wachsenden Graeser und Seidenpflanzen locken die faszinierenden 
Monarch Butterflies an, die sich im Herbst wieder auf Ihre ueber 4000 km lange Reise machen werden um in der mexikanischen Sierra Nevada zu ueberwintern...


Gegen abend machen wir uns wieder auf den Rueckweg. Die weissen Straende und schoenen Duenen haben uns ein richtiges Urlaubsfeeling gezaubert und waren den Tagestrip ablolut wert. Der Park an sich hat mir allerdings nicht so gut gefallen, da er heute einfach etwas zu ueberlaufen war. Wir werden aber sicher  wiederkommen, dann aber auf jeden Fall ausserhalb der Ferienzeit. 


19 Juli 2018

Fort Henry - Festung mit Geschichte, Kanonen und Paraden in Ostkanada

Fort Henry wurde urspruenglich waehrend des War of 1812 gebaut um die Kingston Royal Navy vor potentiellen Angriffen der Vereinigten Staaten zu schuetzen. Damals war Ontario noch eine Britische Kolonie.  Nach der Fertigstellung des Rideau Canals 1832 wurde die Verteidigungsanlage erweitert um die strategische Lage zwischen Kingston, Ottawa und Montreal als wichtige Versorgungsroute fuer den militaerischen Nachschub nutzen zu koennen. 
Heute ist das Fort ein sehr gut erhaltenes Nationales Denkmal, ein Militaermuseum das mit lebendiger Geschichte gefuellt ist. Es ist Ferienzeit und wir wollen das Fort mal wieder besuchen. Als wir gegen Mittag in Kingston ankommen ist schoenstes Sommerwetter. Schon von weitem sehen wir die wuchtigen runden Wehrtuerme, Martello Towers,  deren rote Daecher sich vor dem blauen Wasser des Sankt Lorenz Strom abheben. 


Wir lassen unseren Wagen auf dem grossen Parkplatz vor dem Fort, ziehen einen Parkschein und gehen dann die Steinmauern entlang Richtung Eingang.


Das Aussengleaende des Forts kann man kostenfrei besichtigen.


Wir wollen dieses mal aber auch den Innenhof und den Unterkunftsbereich sehen. Mit unserem Cultural Access Pass kommen wir zum Glueck frei rein, denn die Preise liegen sonst bei 20 $ pro Erwachsenen. Als wir um 14:00 zum Paradeplatz runter gehen wollen, stellt sich gerade die Fort Henry Guard fuer die Garrison Parade vor dem eisernem Tor zum Innenhof auf. 


Die Fort Henry Guard ist ein exzellent trainiertes Team kanadischer Studenten die Infanterie Drills aus dem 19. Jahrhundert vorfuehren. Die Guard gehoert zu den besten Drillteams der Welt. 


Wir suchen uns einen Platz im Schatten und verfolgen den Einzug der Kapelle und verfolgen das Spiel der Studenten in den historischen Unformen, die das Leben in der Britischen Armee zur damaligen Zeit nachstellen. Waehrend auf dem Platz exerziert wird, ertoent ueber Lautsprecher die passende Kommentation auf Englisch und Franzoesisch, was  durch den starken Widerhall auf mich allerdings mehr stoerend als informativ wirkt.


Ein paar Minuten spaeter wird der Treppenaufgang nach oben freigegeben. Hier macht sich jetzt eine Gruppe Uniformierter dazu bereit in einem fest einstudierten Prozedere die schwere Kanone in Position zu bringen. 


Es folgt ein ritueller Vorgang von Laden und Stopfen der Kanone.

Der ganze Ablauf ist recht aufwaendig und dauert fast10 Minuten. Dann ist es aber endlich soweit, alle die Ohren zuhalten und... Bummm!

Der ganze Ablauf ist recht aufwaendig und dauert fast10 Minuten. Dann ist es aber endlich soweit, alle die Ohren zuhalten und... Bummm! 

Ein paar Minuten spaeter wird der Treppenaufgang nach oben freigegeben. Hier macht sich jetzt eine Gruppe Uniformierter dazu bereit in einem fest einstudierten Prozedere die Kanone zu laden und in Position zu bringen.

Auf dem Parade Square laeuft jetzt das Musikkorps auf



Waehrend die Kapelle spielt, gehen wir schon mal um den Platz herum und sehen uns die Unterkuenfte an. 


Ich hatte nicht gewusst, dass hier auch Frauen mit lebten. Auf jeweils 100 Soldaten waren 6 Ehefrauen erlaubt. Sie bekamen hier Unterkunft und eine halbe Essensration, Ihren Kindern stand eine Viertel Ration zu. Die Frauen arbeiteten vorwiegend als Waescherinnen fuer das Regiment, was ein koerperlich extrem anstraengender Job war. Ihr Lohn wurde vom Gehalt der Maenner abgezogen. Auf dem unteren Foto ist eine der Unterkuenfte fuer die Frauen und Familien zu sehen. Starb ein Soldat musste die Frau innerhalb 90 Tage einen neuen finden oder ansonsten das Fort verlassen.  Harte Zeiten...

Was ich interessant fand zu lesen war, dass hier auch Frauen mit untergebracht waren. Auf jeweils 100 Soldaten waren 6 Ehefrauen erlaubt. Sie bekamen hier Unterkunft und Ihnen stand eine halbe Essensration, Ihren Kindern eine Viertel Ration zu. Die Frauen arbeiteten als Waescherinnen fuer das Regiment (ein schwerer Job) Ihr Lohn wurde vom Gehalt der Maenner abgezogen. Auf dem Foto ist eine der unterkuenfte fuer die Frauen und Familien zu sehen.

Fuer die Kinder gab es einen Schulraum


Der Kuechenbereich



Die Schlafraeume der Soldaten. Waehrend wir uns hier umsehen, entdecken wir Gepaeck und Schlafsaecke auf einigen der Betten und wundern uns. Spaeter wird klar, das diese zu einer Gruppe Scouts gehoeren, die gerade ein Wochenende auf Fort Henry verbringen :)


Es gibt ausserdem Raeume mit Ausstellungen ueber historische Bezuege zum Bau der Festung und des Rideau Canals zu sehen, sowie verschiedene Waffen und Uniformen. 


Ueber lange gemauerte Bogengaenge aus dicken Kalksteinmauern gehen wir wieder nach unten. 


Living History. Hier kann man sich wirklich in die viktorianische Zeit zurueck versetzt fuehlen.

Bevor wir wieder auf den Aussenhof kommen sehen wir ein gutes Beispiel zum Thema "living history".  Hier kann man sich wirklich in die Zeit zurueck versetzt fuehlen.

Disskussion zwischen dicken Mauern 


Vorbei an der Wache gehen wir dann wieder zurueck zum Parkplatz.


Vorher werfen wir abern noch mal einen Blick ueber den St Lawrence.


Wir haben ca. 2 Stunden hier verbracht, aber es laesst sich natuerlich viel mehr Zeit hier verbringen wenn man alle Angebote und Fuehrungen nutzen moechte.
Wer eine Rundreise durch Ostkanada plant und ein bisschen interessiert an der Geschichte des Landes ist, sollte einen Besuch auf Fort Herny unbedingt mit einplanen.

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